Der Hamburger Grünflächenfraß in Bildern

ZDF-Reportage "Abgesägt - Stadtbäume in Not"

In einer 30-minütigen Reportage zeigt das ZDF, was in Hamburg derzeit alles verloren geht. Trotz katastrophaler Luftschadstoffwerte in der Hansestadt und der beginnenden Auswirkungen des Klimawandels, greift der Schrecken der Nachverdichtung um sich: Die letzten Naturflächen der angeblich "schönsten Stadt der Welt" werden planiert und versiegelt - für Wohnraum, den sich kaum jemand leisten kann.

http://webapp.zdf.de/beitrag?aID=2716986&title=Abgesaegt---Stadtbaeume-in-Not

Der Film beginnt mit der Vernichtung von Kleingärten für das so genannte Pergolenviertel. Paradebeispiel für einen großangelegten Plan, die 1400 ha Kleingartenfläche, die es in Hamburg noch gibt, systematisch zu dezimieren und für Bauprojekte "freizumachen". Der Dachverband der Kleingärtner fordert derzeit alle Gartenvereine auf, sich den Willen zur "Nachverdichtung" explizit in die Gartenordnung zu schreiben. Das ist der Anfang vom Ende der Kleingärten in Hamburg.

Ein naturnaher Wald mit 2800 Bäumen, der direkt an die Gartenkolonie angrenzt, wird "mal eben" mit abgeholzt, für einen Busbetriebshof. Nicht alles kann der Film zeigen, zum Beispiel, dass es die Nord-Grünen nicht stört, dass dafür ein bereits bestehender Betriebshof geschlossen wird und dass in dem Gebiet streng geschützte Tierarten leben: Trotz eindringlicher Gutachten von etablierten Naturschutzverbänden bemerkt eine Abgeordnete lapidar, dass es sich zwar um streng geschützte Arten handle, aber diese doch auch an anderer Stelle in Hamburg vorkämen, sodass nicht der gesamte Bestand getötet werde, sondern nur ein Teil davon. Das seien ganz normale "Wachstumsschmerzen".

Als "Ersatz" sollen vielleicht einmal Bäume gepflanzt werden - natürlich "ortsnah", in der unmittelbaren Umgebung. Da dort aber schon alles zugebaut ist, geht das leider nicht. Also will man den Wald nach Schleswig-Holstein "exportieren". Das ist kein Witz. Eine ehemalige Kiesgrube soll dort den Hamburger Verlust "ausgleichen"...

Was in der aktuellen Debatte auch so gut wie nie gesagt wird:

  • Bestehender Leerstand wird konsequent nicht genutzt.
  • Neue "öffentlich geförderte" Wohnungen sind in der Regel nur für 15 Jahre "sozialgebunden". Wenn sie aus dieser Bindung fallen, dreht sich die Preisspirale weiter nach oben.
  • Während eine Sozialwohnung gebaut wird, fallen gleichzeitig mehrere bestehende Wohnungen aus dieser Bindung heraus.
  • Der derzeitige Bauboom ist in Wahrheit nicht nur unsozial, sondern er macht auch unsere grünen Lungen kaputt.
  • Mehr Menschen brauchen mehr Grün, nicht weniger.

In der Hummelsbütteler Feldmark wird jetzt ein weiteres Landschaftsschutzgebiet bebaut und einer der Kaltluftachsen, die Hamburg dringend braucht. Der große Stadtplaner Fritz Schumacher hat diese Achsen schon vor 100 Jahren angelegt und für unbedingt notwendig befunden, obwohl es damals noch lange keine Diskussion über einen menschengemachten Klimawandel gab.

Der Film zeigt beispielhaft das rigorose Vorgehen von Politik und Verwaltung bei der Vernichtung der Hamburger Grünflächen. Das Beispiel Mannheim zeigt, welche Zukunft auch Hamburg blühen wird, wenn die Entwicklung weitergeht wie bisher.

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