Der Hamburger Grünflächenfraß in Bildern

März 2015: Zerstörung des historischen Ortskerns von Hamburg-Eppendorf

(Für diese Ereignisse fehlen uns noch Bilder. Wer Bilder zur Verfügung stellen kann, melde sich bitte unter ein-bild-sagt-mehr@gmx.de!)

Die Bilder auf der Website von WIR-sind-Eppendorf dokumentieren ein symbolträchtiges Stück des Ausverkaufs der eigenen Geschichte in Hamburg- Nord. Es geht um den Fall von drei Kastanien, der zeigt, wie nah die Verwaltung dem Geldadel steht und wie fern ihr die Bürger sind.

Es gibt Orte, die haben ein besonderes Flair. Die wirken offen, gemütlich, man fühlt sich wohl. Ein solcher Ort war der Eppendorfer Marktplatz, wo das Restaurant Tre Castagne in einem uralten ehemaligen Brauhaus beheimatet war. Wenn im Frühjahr die drei großen Kastanien vor der Tür in vollem Grün standen und blühten, dann verliehen sie dem geschäftigen Ort, obwohl ein durchaus vielbefahrener Verkehrsknotenpunkt, ein fast mediterranes Flair. Der Ort hatte etwas von Urlaub, etwas von Großstadt - und gleichzeitig auch etwas noch fast Dörfliches. Es war ein schöner Platz, um im Sommer ein Eis zu essen, um bei den zahlreichen kleinen Einzelhändlern und Fachgeschäften, die es dort noch gibt, etwas einzukaufen oder abends gemütlich essen oder einen Cocktail trinken zu gehen.

Während die architektonische Uniformisierung überall weiter voranschreitet, wurde dieser kleinen Perle unserer Stadt - und selbst jeder, der mit dem Auto hindurchgefahren ist, wird sie als etwas Besonderes wahrgenommen haben - ihr Glanz genommen, als ihr Herzstück, das Restaurant Tre Castagne, samt der drei ortsbildprägenden Kastanien, quasi in einer Nacht- und Nebelaktion zerstört wurde.

Mehr als 5500 Eppendorfer hatten innerhalb weniger Wochen für den Erhalt des Ensembles unterschrieben. Die Unterstützung war groß. Noch während der Unterschriftensammlungen aber wurden frühmorgens im Dunkeln Fakten geschaffen und die Bäume, die in dieser Sache vor allem einen hohen symbolischen Wert hatten, in einer Eilaktion gefällt. Ohne Ankündigung, Ohne Geschichtsbewusstsein. Ohne Rücksicht auf die Bürger. Ohne ökologisches Gutachten.

Der Fall symbolisiert, wie eng Regierung und Verwaltung den Investoren stehen und wie wenig die Belange der Bürger in ihrem Denken eine Rolle spielen. Bei "Tre Castagne" geht es deshalb um viel mehr als nur drei gefällte Kastanien und einen historischen Gebäudekomplex. Es geht darum, wie wir in dieser Stadt heute und in Zukunft leben wollen, wer darüber entscheiden soll und ob es in Ordnung ist, dass die Bürger mit ihren Pflichten als Wähler und Steuerzahler eine Verwaltung tragen, die die Interessen und Belange dieser Bürger übergeht und alle Rechte nur für sich beansprucht.

April 2016: Über 13 Monate nach dem Abriss ist immer noch nichts passiert. Kein Neubau, nicht einmal Vorbereitungen. Eine leere Baugrube starrt den Spaziergänger an. Unbekannte haben als Mahnung und Protest drei kleine Kastanien nachgepflanzt. 

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Initiative "Wir sind Eppendorf".

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